Fast 450 junge Leichtathleten mit ihren Betreuern und Eltern sorgten am Wochenende bei den 10. Mitteldeutschen Hallenmeisterschaften und den 4. Mitteldeutschen Meisterschaften im Winterwurf der Jugend A und B sowie der Schüler A in der Leipziger ARENA für tolle Stimmung und erzielten in der modernsten Leichtathletikhalle Deutschlands zahlreiche Bestleistungen. Für die A- und B-Jugendlichen aus den Ländern Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen war es außerdem die letzte Möglichkeit, die Norm für die am 20./21. Februar 2010 in Halle stattfindenden Deutschen Jugendmeisterschaften zu erfüllen.
Hermann Härtwig, Vizepräsident Wettkampfwesen in unserem Leichtathletik -Verband Sachsen und Mitorganisator zu dieser Meisterschaft in Leipzig: „In dieser Halle sollten unbedingt Wettkämpfe für den Nachwuchs und auch für die Breitensportler stattfinden! Leider haben wir jährlich nur ein kleines Zeitfenster von einigen Wochen im Februar zur Verfügung, aber in diesem Jahr haben wir in dieser Zeit zwei tolle Nachwuchsveranstaltungen: heute mit den Mitteldeutschen Meisterschaften und nächste Woche mit dem 8. Mitteldeutschen Schülerhallensportfest der SG MoGoNo, dazu kommt natürlich das internationale Meeting des LAZ am 13. Februar und als Vorprogramm bietet der SC DHfK an diesem Sonnabend ab 11.00 Uhr Hallenläufe über 3000 m an, die für unsere Breitensportler offen sind. Auch in Zukunft wollen wir besonders dem Nachwuchs in dieser Halle Wettkämpfe anbieten“.
Erfreut war auch Jan Böhnstedt vom LV 90 Thum, der Sachsenmeister in der Halle über 60 m der A-Jugend:“ Heute bin ich das erste Mal in der ARENA, das ist schon eine imposante Halle, die motiviert. Leider hatte ich Pech beim 60 m Endlauf – wegen eines Fehlstarts musste ich ausscheiden, aber mit meiner 4x200-m-Staffel gab es dann doch noch Gold bei diesen Meisterschaften“. Dass Jan Böhnstedt zwischen seinen Wettkämpfen noch zum Mikrofon griff und einen erkrankten Moderator kurzfristig toll vertrat, soll hier lobend erwähnt werden! Begeisterung auch bei Dr. Gerald Fischer, der sich seit Jahren um die Entwicklung der Tauchaer Leichtathletik kümmert: „Nach dem Motto – das Beste für den Nachwuchs - freue ich mich heute für unsere Athleten, denn hier sind sie ob der Bedingungen toll motiviert. Aber leider ist es in Leipzig nicht immer so. Gerade im Dezember, wenn wir Hallenwettkämpfe in Vorbereitung der neuen Saison brauchen, müssen wir nach Halle fahren, um dort unsere Besten zu ermitteln. Ein Zeitfenster in der ARENA könnte da Abhilfe schaffen. Und ein weiteres Problem muss ich los werden: Wenn hier die LA-Anlage hochgefahren ist, sollten alle Leipziger Vereine mit ihren leistungsorientierten Athleten Trainingszeiten in der ARENA bekommen – der Platz und die Zeit dafür sind da“.
Natürlich müssen hier auch die aufgetretenen Probleme erwähnt werden. So gab eine der beiden elektronischen Zeitmessanlagen beim Sprint ihren Geist auf und sorgte für Unruhe, und verwundert waren einige auswärtige Teilnehmer, dass sie zum Hammerwurf in das Stadion des Friedens in den Leipziger Norden fahren mussten. Dazu Gesamtleiter Tasso Hanke: „Leider hat moderne Elektronik auch manchmal Tücken, dieser Fehler war leider nicht so schnell zu finden. Zum Hammerwurf: Die einzige regelgerechte Anlage für einen Winterwurf gibt es in Leipzig zurzeit nur im Stadion des Friedens, und zur Imbissversorgung kann ich nur sagen – wir sind in dieser Halle auf den Anbieter angewiesen“. Auch weitere Hinweise werden sicherlich in die Auswertung der Veranstaltung einfließen.
Zu den Wettkämpfen: Da gab es viele starke Leistungen. Der junge Sprintstern Roy Schmidt aus Jena gewann natürlich die 60 m in 6,7 s – aber leider mit dem Vermerk Handzeitnahme. Gerne wird sich der B-Jugendliche Bastian Abend aus Halle an das Hammerwerfen erinnern, denn mit 59,87 m kam er nach Leipzig und nach dem Wettkampf stand er bei 66,09 m!
Auch die Teilnehmer aus Sachsen zeigten manche Steigerung. Bei der weiblichen Jugend A sprintete Kristin Fischer (LAZ Leipzig) Bestzeiten über 60 m mit 7,7 s und über 200 m mit 25,50s. Bronze und Gold waren der Lohn, dazu noch Rang eins mit der 4x200m Staffel des LAZ. In der gleichen Altersklasse wurde Franziska Hofmann vom LAC Erdgas Chemnitz Mitteldeutsche Meisterin über 60 m Hürden in 8,5 s und siegte auch im 60-m-Endlauf in 7,5 s.. Beim Wurf überzeugte bei der MJA Martin Schumann vom LV 90 Thum als Doppelmeister mit 16,34 m beim Kugelstoß und mit 43,96 m beim Diskuswurf.
Im B-Jugendbereich glänzten die Vertreter aus dem Raum Dresden, die insgesamt bei dieser Meisterschaft acht Gold-, Silber- und Bronzemedaillen registrieren konnten. Der Hochsprung der MJB wurde von zwei Dresdnern dominiert. Clayton Msuya vom DSC 1898 steigerte sich gegenüber der Landesmeisterschaft um einen Zentimeter auf 1,96 m und wurde damit Meister. Auf Rang zwei hier mit persönlicher Bestleistung von 1,90 m sein Vereinskamerad Pascal Kühne. Beim Kugelstoßen der B-Jugend nahm Matthias Wiesenberg (REHA Hoyerswerda) in den letzten Wochen eine tolle Entwicklung. Vor drei Wochen in Chemnitz mit 15,95 m noch Zweiter bei den Landesmeisterschaften, liegt seine beste Weite unterdessen bei über 17 Meter, und in Leipzig holte er mit 16,94 m Gold. Auch Olaf Schallwig (DSC) steigerte sich in Leipzig bei der B-Jugend über 200 m auf 23,77s – da war er Dritter – aber auf der 60-m-Hürdendistanz machte Olaf ernst, nach 8,46 s wurde er Mitteldeutscher Meister. Erfolgreich aus Thumer Sicht natürlich wieder Annika Gärtz bei der WJB. Sie wurde Doppelmeisterin beim Hochsprung mit 1,66 m und beim Weitsprung mit 5,55 m, dazu Rang drei über 60 m Hürden.
Im Schülerbereich überzeugten Leipziger Athleten: So Roy Glavanitz und Tony Zeuke vom LAZ. Roy verbesserte sich beim Kugelstoß auf 15,54 m und wurde nach dem 60-m-Hürdensieg erneut Mitteldeutscher Meister, dazu kam noch Silber beim Diskuswurf. Zweimal steigerte sich Tony Zeuke: Beim Weitsprung gleich im ersten Versuch auf 6,05 m – das war der Meistertitel – und beim Kugelstoß auf 15,15 m – das war Silber. Toll auch Anne Lobenstein (SG MoGoNo Leipzig), die bei den A- Schülerinnen mit dem Diskus Meisterin wurde. Josefine Röhner und Emma Stähr (beide SG MoGoNo) zeigten ein beherztes Rennen über 800 m der Schülerinnen, wurden dafür mit Bestzeiten hinter Isabell Günl (LAC Erdgas Chemnitz/2:15,26 min) sowie Silber und Gold belohnt.