Chemnitz 23./24.01. Auch diese Jubiläumslandesmeisterschaft der Erwachsenen und der B-Jugend hatte ihre Höhepunkte, obwohl es im Vorfeld einige Probleme gab, denn die LA-Halle in Chemnitz war gerade in den ersten Wintermonaten ein Sanierungsobjekt! Diese Meisterschaften waren der erste Wettkampf auf der sanierten Laufbahn. Zwei knapp verfehlte Normen für die Hallen-WM in Katar, dazu vier Meisterschaftsbestleistungen und ein Deutscher Rekord bei den Senioren waren nicht die einzigen Höhepunkte. Aber trotzdem müssen zu dieser Meisterschaft einige kritische Worte gesagt werden. Bei den Männern und Frauen gab es trotz der „Auffüllung“ durch die A-Jugend teilweise erschreckend schwache Felder. Landestrainer Joachim Erdmann erklärte: „In Sachsen-Anhalt und Thüringen sind die Teilnehmerfelder genau so dünn“. Also sollten unsere Verantwortlichen im Verband handeln: Eine Mitteldeutsche Meisterschaft für die Erwachsenen sollte das Ziel sein – wie jeder Landesverband dann seine Landesmeister ehrt, sollte doch zu lösen sein. Eine weitere Frage bleibt: Warum wurde der vorgegebene Zeitplan besonders am Nachmittag des ersten Tages auf Grund der Meldungen nicht verändert und gekürzt? Die langen Pausen versuchten die Moderatoren mit etwas Musik zu überbrücken – trotzdem war es langweilig in der Halle!
Doch kommen wir zu den Höhepunkten: Chemnitz scheint wieder eine Stadt der Sprinter zu sein, denn beim 60-m-Lauf der Männer verpasste der Chemnitzer Neuzugang Christian Blum mit 6,69 s die WM-Norm für die Hallen-WM in Katar recht knapp – für ihn sicher nebensächlich, aber er stellte eine sächsische Meisterschaftsbestleistung auf und verwies WM-Teilnehmer Martin Keller (LAC) in 6,76 s auf Rang zwei vor Korbinian Greding (LAC/ 6,96). Einen Tag später über 200 Meter kamen die Stunden der Aktiven des Dresdner SC: Dreifacherfolg bei den Männern für Georg Fleischhauer, der außerdem die 60-m-Hürden in Abwesenheit der LAZ Leipzig-Vertreter gewann, Silvio Schirrmeister und 400-m-Experten Martin Grothkopp. Bei der 4 x 200 – Staffel waren dann die drei Dresdner zusammen mit Christoph Helm in 1:27,72 min die sicheren Sieger, und Martin Grothkopp erklärte schon vor dem Start: „Mit der Staffel wollen wir auch bei den Deutschen Meisterschaften erfolgreich sein“.
Bei den Frauen das gleiche Bild: Ein Dreifacher für den DSC 1898, angeführt von der schon in 7,57 s über 60 m erfolgreichen Sara Jäpel, die dann auch über 200 m mit Bestzeit von 24,28 s vor Jenny Elbe und Isabel Fretzschner erneut Sachsenmeister wurde. Ein weiterer Höhepunkt war das Kugelstoßen. Obwohl die Sieger erst zwei Tage vor dieser Meisterschaft beim Kugelstoßmeeting in Nordhausen am Start waren, konnten sie auch in Sachsen überzeugen. So der U20-Weltmeister David Storl (LAC), der im vierten Versuch mit 19,95 m eine Meisterschaftsbestleistung aufstellte, aber trotzdem nicht zufrieden war: „Fünf ungültige Versuche und meine Technik war heute nicht gut – da müssen wir dran arbeiten“, so der Sachsenmeister. Christina Schwanitz, der Neuzugang beim LV 90 Thum, war natürlich die Siegerin bei den Frauen, verfehlte mit 17,45 m im letzten Versuch auch knapp die HWM-Norm, stellte allerdings eine Meisterschaftsbestleistung auf, muss sich wohl aber erst mal um einige private (Umzugs)Probleme kümmern.
Beim Dreisprung der Frauen hofften die Zuschauer auf ein erneutes Duell Jenny Elbe – Kristin Gierisch, aber Jenny startete nur über 200 Meter, und Kristin war nach dem 3. Durchgang mit 13,39 m die neue und alte Meisterin, die nach dem Wettkampf feststellte: “Im vergangenen Jahr schaffte ich 13,66 m, aber in diesem Jahr wollte ich nicht so zeitig so tolle Weiten bringen“.
Bemerkenswert bei den Erwachsenen die schnellen Läufe von Max Betsch vom LAZ Leipzig – immerhin Landesmeister über 800 m und 1500 m und dazu noch Rang 2 über 3000 m. Auch Vorjahresmeisterin Cindy Roleder vom LAZ überzeugte über 60 m Hürden beim Saisoneinstieg mit schnellen 8,35 s. Beim Stabhochsprung gab es wieder ein „Herrmann“-Fest. Bei den Frauen gewann Petra Herrmann (Frankenberg) mit 3,10 m – damit stellte sie eine Deutsche Bestleistung der W 50 auf! Sohn Matti wurde wieder Doppelmeister beim Weitsprung (7,14 m) und Stabhochsprung (4,40 m), und Vater Lutz stellte als Zweiter beim Stabhochsprung mit genau 4 Meter eine neue sächsische Bestleistung der M 50 auf.
Bei den Landesmeisterschaften der B-Jugend waren ebenfalls einige starke Aktive am Start. Lassen wir den jungen Damen den Vortritt: Vorjahresmeisterin Rebekka Haase (Thum) gewann in tollen 7,64 s die 60 Meter und stellte damit eine neue Meisterschaftsbestleistung auf. Annika Gärtz vom LV 90 Thum wurde da Doppelmeisterin über 60-m-Hürden in 8,97s und beim Weitsprung mit 5,49 m. Dazu kam aber noch Staffelgold über 4 x 200 Meter und ein zweiter Platz beim Hochsprung. Den Hochsprungwettbewerb gewann übrigens Luisa Pasold vom SV Lindenau mit der neuen Bestleistung von 1,69 m. Auch bei den „jungen“ Männern wurden starke Leistungen registriert. So wurde Martin Laskowski (LAC) Doppelmeister über 800 m und 3000 m. Tim Jahn von der LG Taucha war in 51,57 s der Schnellste über 400 m und außerdem über 60 m , 200 m und mit seiner 4 x 200-m-Staffel Zweiter. Mit Philipp Alleweld war ein weiterer junger Mann aus Taucha erfolgreich. Er gewann die 60 m Hürden überlegen in 8,39 s und wurde beim Hochsprung hinter dem Dresdner Clayton Msuya (1,95 m) mit der Bestleistung von 1,88 m Zweiter.
Auch der Winterwurf auf der verschneiten Anlage verdient Aufmerksamkeit, denn außerhalb der Meisterschaftswertung warf bei den Frauen Mareike Rittweg vom LV 90 Thum den Speer 58,94 m, Toni Roeder glänzte bei der A-Jugend bei der gleichen Disziplin mit 59,33 m, und der ebenfalls aus Thum kommende Martin Schumann warf den Diskus der A-Jugend auf 52,66 m – neue Bestleistung.
Bei den 5. Landeshallenmeisterschaften in den langen Staffeln der B-Schüler (3 x 1000m) gewann der Döbelner SC 02/90 vor dem LAZ Leipzig und dem SV Grün-Weiß Ebersbach. Bei den B-Schülerinnen (3 x 800m) siegte der SV Großbardau vor dem LAZ Leipzig und der StG Thum/Gornsdorf I.
Am Rande der Wettkämpfe der Landeshallenmeisterschaften führte die Nachwuchstrainingsgruppe des LAC Erdgas Chemnitz eine Spendenaktion im Rahmen der Hilfe für die Erdbebenopfer in Haiti durch. Dabei kam ein Betrag von 295,74 € zusammen, der auf ein Spendenkonto überwiesen wurde. In dieser Summe sind allein 50 € aus der Trainingskasse dieser Trainingsgruppe. Wir bedanken uns bei allen, die an dieser Spendenaktion beteiligt waren. pes