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Der Göltzschtal-Marathon wird am 6. April 2019 50 - Ein Klassiker unter den sächsischen Lauflegenden

01-04-2019 19:09
von Jörg Fernbach

Vor 50 Jahren begann die Geschichte des drittältesten Marathonlaufes Deutschlands, des Göltzschtal-Marathons von Lengenfeld im Vogtland. Diese Traditionsveranstaltung des VfB Lengenfeld 1908 wurde 1968 ins Leben gerufen. Eine Woche nach dem 1. Marathon in Lengenfeld fand dann auch der 1. Schwarzwald-Marathon statt.
Start und Ziel waren damals noch vor dem Lengenfelder Rathaus und 47 Teilnehmer nahmen beim 1. Göltzschtal-Marathon den Kampf über die 42,195 km lange Strecke im landschaftlich reizvollen Göltzschtal auf.  Das Göltzschtal, geprägt durch die heute noch größte Ziegelbrücke der Welt und bei ihrer Eröffnung 1851 die höchste Eisenbahnbrücke weltweit, bekam mit dem Lauf ein weiteres positives Aushängeschild. Nach Wolfgang Buchwald (1968/1969) prägte Reiner Milek das Bild des Göltzschtalmarathons und bis heute hat er ein klasse Team um sich. Wolfgang Buchwald und Reiner Milek waren es auch, die dem ersten Sieger dieses neuen Marathons, Martin Deperade vom SC Chemie Halle, zu seiner Siegerzeit von 2:38:05 Stunden gratulierte und bis heute halten die Lengefelder Leichtathleten zu ihm Kontakt und sind ihm freundlich verbunden.
1970 und 1971 kam es zu einer "Laufpause" im Göltzschtal. Aber der "harte" Kern der Lengenfelder Leichtathleten war der Meinung, dieser Lauf müsse zur Tradition werden und so begannen sie 1972 neuSchaut man in die Siegerliste, so stellt man fest, dass der Thüringer Jürgen Schramm und Uwe Friedrich vom Chemnitzer PSV mit je vier Siegen die "Hit-Liste" anführen, gefolgt vom Erzgebirgler Gerd Klausner und dem Leipziger Dietmar Knies mit jeweils zwei Siegen. Alles sehr bekannte und erfolgreiche Athleten. Dietmar Knies gelang es auch, bei Europas Kultlauf, dem Rennsteiglauf viermal den Gesamtsieg zu erringen.
Den Streckenrekord hält seit 1982 Heiko Schinkitz (damals SC Karl-Marx-Stadt, heute SG Adelsberg). Er lief nach 2:22:22 Stunden über die Ziellinie, eine Zeit die sich hervorragend merken lässt. Nur zwei weitere Läufer kamen seit 1968 in die Nähe dieser Siegerzeit. Dies waren 1972 Detlef Schönfeld vom SC Turbine Erfurt (2:25:08 Std.) und 1975 Roland Winkler von Dynamo Hohenschönhausen/Berlin (2:24:46 Std). Beide liefen mit ihren Zeiten jeweils auch neuen Streckenrekord. Der erste ausländische Sieg ging 1973 in die damalige CSSR. Ludek Kocian vom SK Slavia Prag gewann in 2:34:22 Stunden.
Die Frauen stiegen 1973 ins "Marathongeschäft" ein. Rosemarie Pfeiffer aus Leipzig war die erste Frau aus der ehemaligen DDR, die einen offiziellen Marathon lief, so dass ihre Siegerzeit von 4:01:28 Std, auch für kurze Zeit DDR-Rekord war. Eine weitere DDR-Bestleistung lief im Göltzschtal die Reichenbacherin Birgit Eichler 1979 mit 3:10:08 Stunden. Dreimal konnte sich die Vogtländerin Romy Lindner in die Siegerlisten eintragen. Sie hält seit 1996 mit 2:51:29 Std. auch den aktuellen Streckenrekord. Bei den Frauen mussten die Organisatoren lange auf den ersten ausländischen Sieg warten. Erst 1993 stand mit der Litauerin Vilija Birbalaite, die in 3:07:39 Std. denn Lauf dominierte, eine ausländische Läuferin aus Klaipeda auf dem obersten Podest.
Der Göltzschtal-Marathon hat Kult-Status, auch wenn nach der neuen Streckenführung, die 2006 eingeführt wurde, kein Läufer und keine Läuferin mehr unter die Top-10 der ewigen Bestenliste gelaufen ist. Immer wieder zieht es die besten Marathonis Sachsens nach Lengenfeld, denn hier stimmt die Organisation, Stadt und Landkreis stehen Reiner Milek und seiner Mannschaft unterstützend zur Seite. Im Rahmen des Götzschtalmarathons finden schon viele Jahre auch die Landesmeisterschaften im Straßenlauf statt und in diesem Jahr werden diese meisterschaften zum 29. Mal ausgetragen.
Nur der Wettergott ist nicht immer mit den Läuferinnen und Läufern im Bunde und wenn er auch manchmal mit seinen Gedanken bei Frau Wolke  und Herrn Regen ist, tut dies dem Göltzschtal-Marathon keinen Abbruch und im Göltzschtal läufst und läufst und läufst bis in alle Ewigkeit.
Jörg Fernbach

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