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15. Thumer Werfertag - Frisch gebackene Europameisterin glänzt erneut

22-08-2018 18:13
von Veranstalter
Christina Schwanitz Foto: Andreas Bauer

Waren es im vergangenen Jahr die Männer, die das Publikum beim Thumer Werfertag mit dem Speer begeisterten, so sorgten diesmal die Frauen in dieser Disziplin für Jubelstürme. In Abwesenheit von Thomas Röhler und Co., die wegen dem Diamond-League-Meeting in Birmingham passen mussten, avancierte die frisch gebackene Europameisterin Christin Hussong bei der 15. Auflage dieses internationalen Meetings zum Star des Abends. Wie wenige Tage zuvor bei der EM in Berlin war Nikola Ogrodnikova aus Tschechien ihre ärgste Konkurrentin. Die beiden schaukelten sich gegenseitig hoch, sodass der Meeting-Rekord mehrfach fiel. Am Ende waren es 65,07 Meter, die Christin Hussong den Sieg brachten. Das tolle Publikum im Erzgebirge bezeichnete sie hinterher als ihre „neue Familie“. Außerdem betonte die Siegerin, dass sie noch lange nicht satt ist: „Ich bin ja erst 24 und habe noch viel vor.“
Ein Lob für die rund 3000 Fans im Stadion an der Wiesenstraße gab es auch von Diskuswerfer Martin Wierig. „Das war Balsam auf meine Seele. Die letzten Wochen waren echt hart für mich gewesen“, sagte der Weitenjäger vom SC Magdeburg, der die EM verpasst hatte, zu seinem Erfolg und der prächtigen Stimmung in Thum. Mit 64,49 Metern verwies er seinen Vereinskollegen David Wrobel (61,73 m) auf Platz 2. Neben den deutschen Startern beeindruckten aber auch Athleten anderer Länder die Zuschauer, darunter 18 EM-Teilnehmer. Insgesamt 15 Nationen waren in Thum vertreten. Besonders breit gefächert war die Konkurrenz im Kugelstoßen der Männer, wo beispielsweise O’Dayne Richards aus Jamaika dabei war. Doch natürlich war klar, dass der Weg zum Sieg nur über Weltmeister Tomas Walsh führen könnte. Und der Neuseeländer wurde seiner Favoritenrolle mit 21,71 Metern auch gerecht. Sehr zum Leidwesen von David Storl, der neun Zentimeter weniger zu Buche stehen hatte. Immerhin konnte der Ex-Chemnitzer Walsh hinterher erklären, wie das Räuchermännlein funktioniert, das alle Sieger in Thum erhielten.
Im Kugelstoßen der Damen blieb die Trophäe im Erzgebirge, denn Christina Schwanitz ließ sich bei ihrem Heimspiel den Erfolg nicht nehmen. 18,84 Meter reichten, um die Rumänin Dimitriana Surdu (18,18 m) und Sara Gambetta (18,13 m) auf die Ränge 2 und 3 zu verweisen. „Es waren schöne sieben Monate“, sagte die Vize-Europameisterin hinterher über die erste Saison nach ihrer Babypause: „Manchmal ging es etwas chaotisch zu, aber so etwas brauche ich auch mal.“ Im Anschluss kam die Lokalmatadorin – wie zahlreiche andere Athleten – nicht drum herum, zahlreiche Autogramme zu geben. Einige der Kinder, die sich Unterschriften auf ihre T-Shirts oder sogar auf den Arm geben ließen, hatten kurz zuvor noch selbst ihren Vorbildern nachgeeifert. Gelegenheit dazu bot der Schlagball-Cup der Grundschulen, den die Grundschule Gelenau (301,50 m) vor Thum (291,50 m) gewann. Ebenfalls zum Rahmenprogramm gehörte das Steinstoßen der Zuschauer.
Andreas Bauer

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