Karl Bebendorf vom Dresdner SC 1898 gewinnt EM-Bronze über die 3000 m Hindernis
Karl Bebendorf vom Dresdner SC 1898 gewinnt EM-Bronze über die 3000 m Hindernis
Bis zum letzten Tag der Leichtathletik-Europameisterschaften 2026 in Birmingham (Großbritannien) haben wir Sachsen auf eine EM-Medaille warten müssen. Erst dann gab es das begehrte Edelmetall für einen sächsischen Sportler. Karl Bebendorf hatte sich im Finale lange zurückgehalten und ging mit einem Rückstand von etwa 15 Metern in die letzte Runde. Trotz seiner Endspurtqualitäten konnte er nicht mehr in den Kampf um den Sieg eingreifen. Er schaffte aber, wie bereits zur EM 2024 in Rom, mit seinem Endspurt den Bronzeplatz. Karl Bebendorf trainiert in einer internationalen Trainingsgruppe von Thomas Dreißigacker. Und mit dem Sieg von Frederik Ruppert standen seit 40 Jahren nun wieder zwei Deutsche auf dem Siegerpodest. 1986 siegte in Stuttgart Hagen Melzer (damals SC Einheit Dresden-jetzt Dresdner SC 1898) und Patrik Ilg auf dem Bronzeplatz.
Herzlichen Glückwunsch an Karl Bebendorf
Wir alle hatten aber schon eher mit einer Medaille über die 1500 m für einen sächsischen Athleten gehofft. Robert Farken von der SG Motor Gohlis-Nord Leipzig, der in Boulder/USA lebt und trainiert, hatte vorher im Interview angekündigt: „Ich komme nicht hierher, um nach einer Medaille zu greifen. Ich möchte ganz gerne gewinnen“ Das ist ihm leider nicht gelungen, hintenheraus waren nach seiner Aussage die Beine doch zu schwer. Sicher überwiegt nun erst einmal die Enttäuschung über Platz 9, aber Robert Farken wird dies sicher schnell überwinden und in den nächsten Wettkämpfen seine Klasse beweisen.
Ins Finale der EM hat es Katharina Maisch vom LV 90 Erzgebirge im Kugelstoßen geschafft. In der Qualifikationsgruppe B belegte sie mit 17,64 m (kleines q) Platz 5 und wurde im Finale mit 18,39 m Siebente.
Steven Richter vom LV 90 Erzgebirge fand nicht zu seiner Form in der Qualifikation. Sein Diskus flog „nur“ auf 62,02 m, bei einer PB von 74 m. Große Enttäuschung für ihn, denn er belegte nur Platz 13 in der Qualifikation. Ganz knapp am Finale vorbeigeschrammt, sehr schade; er hat viel mehr drauf. Und für ihn gilt das Gleiche wie für Robert Farken. Bei seinen nächsten Wettkämpfen wird er wieder vorn dabei sein.
Für unsere jüngste sächsische EM-Teilnehmerin (22 Jahre), Jada Julien (LV 90 Erzgebirge), die über das Ranking noch für die EM nachnominiert wurde, war das Finale noch zu weit entfernt. Jada, die bereits 2026 über die 70 m-Marke ihren Hammer geworfen hatte, warf ihn in der Qualifikation auf 64,66 m und damit auf Platz 22 der zusammengefassten Wertung der Quali. Jada hat sicher noch eine klasse Zukunft in ihrer Spezialdisziplin vor sich.
Es ist schon super, für eine Europameisterschaft nominiert zu werden und unseren 5 sächsischen Nominierten danke für ihre Leistungen, wenn auch nicht alle Erwartungen erfüllt wurden.
Alle Ergebnisse unter: www.leichtathletik.de
Jörg Fernbach
Foto: Karl Bebendorf (Iris Hensel