Stellungnahme des LVS zur Trainerproblematik beim LAC Erdgas Chemnitz
Klarstellung des Leichtathletik-Verbandes Sachsen zu den Vorwürfen gegen einen Trainer
Klarstellung des Leichtathletik-Verbandes Sachsen zu den Vorwürfen gegen einen Trainer
Im Zusammenhang mit den in der Presse thematisierten Vorwürfen gegen einen Trainer, der zeitweise auch in Sachsen tätig war, möchten wir Folgendes klarstellen:
Der Leichtathletik-Verband Sachsen e.V. nimmt alle Hinweise auf Grenzverletzungen, Machtmissbrauch und unangemessenes Verhalten gegenüber Athletinnen und Athleten sehr ernst. Unabhängig von der rechtlichen Bewertung gilt für uns: Jeder Vorfall, der von Betroffenen als übergriffig erlebt wird, ist einer zu viel. Unser Ziel ist es, Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Sachsen ein sicheres und respektvolles Umfeld im Sport zu gewährleisten. Daher hat der LVS ein Kinderschutzkonzept erarbeitet, das aktuell im Beschlussverfahren ist und in Kürze veröffentlicht wird. Dieses Konzept schafft verbindliche Strukturen für Prävention, Aufklärung und Handlungsschritte im Verdachtsfall.
Bis zur formalen Beschlussfassung arbeiten wir eng mit dem Landessportbund Sachsen zusammen. Dort steht mit Herrn Hannes Günther eine erfahrene Ansprechperson für Kinderschutz zur Verfügung, die auch unseren Verband interimistisch begleitet.
Wir rufen alle Athletinnen und Athleten, Trainerinnen und Trainer sowie Eltern auf: Wenden Sie sich im Verdachtsfall jederzeit an uns oder direkt an die Kinderschutzbeauftragten. Nur durch konsequente Aufarbeitung und Transparenz können wir Betroffene schützen und ein vertrauensvolles Umfeld schaffen.
Der Leichtathletik Verband Sachsen (LVS) hat den Verein, der einen Trainer beschäftigt, gegen den sich im Laufe der vergangenen Monate der Verdacht auf grenzüberschreitendes Verhalten und Machtmissbrauch im Umgang mit Schutzbefohlenen erhärtet hat, unverzüglich aufgefordert, diesen Trainer von sämtlichen Aufgaben im Zusammenhang mit der Betreuung von Sportlern und Sportlerinnen zu entbinden. Da der LVS keine Weisungsbefugnis gegenüber den Mitgliedsvereinen in arbeitsrechtlicher Hinsicht besitzt, war dies die gebotene Handlungsweise.
Dem LVS waren Hinweise von Dritten auf mögliche Unregelmäßigkeiten im Verhalten des Trainers bekannt. Diese waren jedoch nicht hinreichend konkret, um ohne Verletzung der Persönlichkeitsrechte entsprechende Maßnahmen einzuleiten.
Weiterhin kam es im Frühjahr 2024 seitens des Trainers – damals noch ohne Vereinsanbindung in Sachsen – zu schwerwiegenden Verstößen gegen die Grundsätze von Transparenz und Loyalität. Der Landesausschuss Leistungssport des LVS beschloss daraufhin, eine Zusammenarbeit mit dem Trainer auszuschließen. Diese Haltung gilt seitdem unverändert und wurde auch gegenüber den Mitgliedsvereinen kommuniziert.
Im Zuge der engen Zusammenarbeit zwischen sächsischen und niedersächsischen Laufvereinen verdichteten sich dann in der ersten Jahreshälfte 2025, die Hinweise auf Fehlverhalten und entwickelten sich zu einem konkreten Verdachtsfall mit möglicher strafrechtlicher Relevanz. Der Sachverhalt wurde durch den LVS am 8. April 2025 im Rahmen einer sportstrategischen Beratung der Vereinsführung des LAC dargelegt. Im Mai wurde durch den LVS außerdem der Jugendschutzbeauftragte des Landessportbundes Sachsen über den Verdachtsfall informiert.
Am 15. Juli 2025 fand eine weitere Beratung mit der Vereinsführung des LAC statt, in der erneut auf Grenzüberschreitungen und Machtmissbrauch hingewiesen wurde. Der Leistungssport bekräftigte, dass der Trainer nicht in verbandliche Strukturen eingebunden werde. Eine Integration des Trainers in die Vereinsstruktur des LAC konnte durch den LVS jedoch nicht verhindert werden. Der LAC bestätigte in dieser Sitzung ein Übungsleiterverhältnis mit dem Trainer. Am 5. August 2025 forderte der LVS den LAC offiziell auf, den Trainer von sämtlichen Aufgaben zu entbinden, bis der Verdachtsfall ausgeräumt ist.
Leichtathletik-Verband Sachsen e.V.